Antifa Info Harburg

  • Unterkunft in der Schlachthofstraße: Protest wirkt – doch das Problem bleibt

    Dass die Unterkunft in der Schlachthofstraße nun geschlossen wird, ist auch ein Erfolg der Menschen, die sich mit den Zuständen nicht abgefunden haben. Bewohner:innen selbst machten immer wieder öffentlich auf die Verhältnisse aufmerksam und organisierten gemeinsam mit Unterstützer:innen und linken Gruppen Proteste. Bereits im Februar 2025 demonstrierten Bewohner:innen und Aktivist:innen der Initiative „Nein zur Bezahlkarte“ sowie weitere Initiativen wie das Harburger Bündnis “Einig gegen Rechts” gegen Kälte, fehlendes Warmwasser, mangelnde Privatsphäre und die Unterbringung von Menschen in Zelten. Später beteiligten sich zeitweise rund 200 Menschen an Demonstrationen; Bewohner:innen organisierten sich weiter und drohten angesichts der Zustände sogar mit Hungerstreik.

    Der Druck zeigte Wirkung: Anfang 2026 wurden unter anderem die Belegung der Schlafbereiche reduziert, der Sicherheitsdienst und der Essenslieferant ausgetauscht und Familien erhielten mehr eigenen Raum. Die fluchtpolitische Sprecherin der Linken bezeichnete diese Veränderungen ausdrücklich als Erfolge der Proteste. Nun soll die ursprünglich als Notunterkunft gedachte Halle bis spätestens Ende 2026 vollständig geräumt werden.

    Damit ist allerdings nur ein besonders drastischer Missstand beseitigt. Hamburgs Unterbringungssystem bleibt stark ausgelastet, und weiterhin leben Menschen über längere Zeit in Sammel- und Erstaufnahmeeinrichtungen. Auch bundesweit sind solche Zustände Teil einer Politik, die Geflüchteten und anderen Migrant:innen je nach Aufenthaltsstatus grundlegende Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe vorenthält oder erschwert. Asylsuchende und Geduldete benötigen beispielsweise weiterhin grundsätzlich eine behördliche Arbeitserlaubnis und unterliegen besonderen Einschränkungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

    Die Schließung der Schlachthofstraße ist deshalb ein Grund, den Protest der Bewohner:innen und ihrer Unterstützer:innen als Erfolg sichtbar zu machen – aber kein Grund zur Entwarnung. Eine Politik, die Menschen jahrelang in Sammelunterkünften isoliert, ihre Rechte vom Aufenthaltsstatus abhängig macht und Abschiebungen zum zentralen politischen Ziel erklärt, produziert Ausgrenzung und prekäre Lebensbedingungen weiterhin selbst. Gegen diese rassistische Abschottungs- und Abschiebepolitik bleibt Widerstand notwendig.

  • HAMBURGER Werbetechnik Kunstwerk GmbH SPONSERT AfD

    HAMBURGER Werbetechnik Kunstwerk GmbH SPONSERT AfD

    Die Kunstwerk GmbH mit Sitz HH-Bahrenfeld und Niederlassungen in Buchholz i.d.N. und Rosengarten-Nenndorf hat der AfD Harburg-Land kostenlos ein Propaganda-Mobil foliert. Darauf weist der AfD-Kreisverband auf einer eigens für die „AfD-Ape“ eingerichteten Website hin. Auch ein Zitat des Geschäftsführers Sascha Freytag ist dort zu lesen:

    „Mein Unternehmen KUNSTWERK./DE hat dieses Sponsoring für die AfD gerne übernommen. Ich bin der Auffassung, dass Werbung und damit verbundene Werbetechnik übergreifend für alle gut ist. Ich distanziere mich ganz klar von Hetzkampagnen gegenüber einer Partei wie der AfD – solche Kampagnen kann und will ich nicht gutheißen. Werbung und Werbetechnik sind ein Werkzeug, das jedem gebührt, auch der AfD. Deshalb gab und gibt es von mir zum Thema Sponsoring für die AfD ein ganz klares Ja!“

    Das Fahrzeug wird zur Zeit im niedersächsischen Kommunalwahlkampf zur Desinformation potentieller Wähler*innen eingesetzt und soll auch von anderen AfD-Orts-, Stadt- und Kreisverbänden ausgeliehen werden können.

    Auf seiner eigenen Website wirbt Freytag mit „Flexibilität in unserem Tätigkeitsbereich“ – offenbar ist die Flexibilität vor allem moralischer Natur! FCK AfD!

  • +++Save the Date: Es gibt kein ruhiges Hinterland!+++

    Inzwischen ist gesichert, dass Alice Weidel(!) am 09. September in Bleckede (Landkreis Lüneburg) einen großen Auftritt haben wird. Gegenproteste befinden sich in Vorbereitung. Also merkt euch den Termin und unterstützt die Genoss*innen vor Ort, wenn ihr könnt!

  • Hinweis auf Solikneipe in der Sauerkrautfabrik am 20.08.2026

    Hinweis auf Solikneipe in der Sauerkrautfabrik am 20.08.2026

    Ob in Dresden, Düsseldorf oder Ulm: Linke Zusammenhänge sind immer wieder mit staatlicher Repression konfrontiert. Zu politischen Verfahren kommen Hausdurchsuchungen, Anquatschversuche, Überwachung und weitere Repressionsmaßnahmen. All das geschieht in einem politischen Klima der Aufrüstung und einer Verarmungsoffensive von oben.

    Umso wichtiger ist es, solidarische Unterstützungsstrukturen aufzubauen und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie staatliche Repression gegen die politische Linke funktioniert und welchen gesellschaftlichen Verhältnissen sie entspringt. Dabei gilt es, Gräben zu überwinden, ohne sie zuzuschütten. Solidarität bedeutet nicht, politische Unterschiede zu leugnen oder die eigene Linie aufzugeben. Lasst uns diskutieren und streiten, aber zugleich die Strukturen aufbauen und unterstützen, die staatlicher Kriminalisierung kollektive Solidarität entgegensetzen.

    Denn auch wenn staatliche Repression Einzelne trifft, zielt sie auf politische Zusammenhänge und letztlich auf die Bewegung als Ganze.

    Deshalb laden wir euch am 20. August zum Soli-Tresen in die Sauerkrautfabrik in Harburg ein. Kommt rum auf ein Kaltgetränk, Bier und ein paar Snacks. Es wird eine Spendenmöglichkeit geben, das Geld geht an das Budapest Antifascist Solidarity Committee (BASC).

    Los geht’s um 18:30 Uhr. Gegen 20 Uhr gibt eine der Anwältinnen des Düsseldorfer Prozesses eine kurze Einordnung zum aktuellen Stand des Verfahrens.

    Wir freuen uns auf euch!